Montessori Zentrum ANGELL

(c) Felix Groteloh

Im Kleinen Haus des Theater Freiburg gab es am Fasnetswochenende zwei Vorstellungen des Stücks „Hochwasserzukunft“, das in einer Kooperation des Montessori Zentrum ANGELL mit dem Aktionstheater PAN.OPTIKUM, dem Theater Freiburg und der Hochschule für Musik Freiburg entstand. (Fotos Felix Groteloh)

"Hochwasserzukunft" ist Teil des Projekts »Power of Diversity – the Crossing Lines«, einem europäischen, interdisziplinären Theaterprojekt dass das Aktionstheater PAN.OPTIKUM mit neun weiteren Partnern in acht Ländern durchführt und das vom „Creative-Culture“-Programm der Europäischen Union gefördert wird.

170303 Hochwasserzukunft 1Schülerinnen und Schüler des Literatur & Theaterkurses (K I) des Montessori Gymnasiums ANGELL trafen in mehreren intensiven Probenwochen mit Geflüchteten des Deutschkurses der ANGELL-Schulstiftung unter Leitung von Sigrun Fritsch und Sabine Choucair zusammen und entwickelten in einem gestalterischen Prozess einen Enwurf für die Bühne, der auf der Gegenwartsebene die Begegnung von Jugendlichen ganz unterschiedlicher Herkunft spiegelt und auf der Zukunftsebene – dreißig Jahre später - mögliche Lebensläufe der inzwischen Erwachsenen in zehn Visionen imaginiert.

Hinter den Kulissen waren weitere ANGELLianerinnen beteiligt, als Regieassistentin die ehemalige Schülerin Franka Weckner und als Projektkoordinatorin Dr. Bärbel Schmid, Kulturbeauftragte der ANGELL Schulstiftung. Marielle Koplin, auch eine ehemalige Schülerin des Montessori Gymnasiums Angell, leistete wichtige Bühnenbildassistenz insbesondere bei der Kommunikation mit dem spanischen Künstler Llorenc Corbella.

Im Mittelpunkt des Stücks stehen gesellschaftliche Fragestellungen, die in ihrer Bedeutung für die Sinnhaftigkeit einer jeden Gemeinschaft - vom kleinen privaten Umfeld bis hin zur Europäischen Union - nicht hoch genug eingeschätzt werden können: Wie kann man Menschen anderer sozialer Schichten oder Ethnien unbefangen begegnen? Wie kann die abwertende Assoziationskette deaktiviert werden, die in Köpfen von Menschen beim Zusammentreffen mit dem Fremden oft Phantasien von Furcht und Hass freisetzt? Wie kann der Blick, der wertend in der Menge aussortiert, zu einem neugierigen Aufschauen für das menschliche Gegenüber werden?

Begleitet vom Leitmotiv Wasser, dem wie keinem anderen Element der Doppelcharakter des Produktiven, Reinigenden, Emotionalen einerseits und des Zerstörerischen, Vernichtenden andererseits zu eigen ist, treffen zwei Gruppen Jugendlicher in einer warmen Sommernacht unter dem allumfassenden Sternenhimmel aufeinander. Beide Gruppen, von denen sich eine überwiegend aus Jugendlichen mit Migrationshintergrund zusammensetzt, überwinden den Zaun bürgerlicher Ordnung, die Mauer des in der Nacht geschlossenen Schwimmbades, während sie dabei von einem nachdenklichen Nachtwächter beobachtet werden.

170303 Hochwasserzukunft 2Nach ihren ersten Reaktionen aggressiver Feindseligkeiten bei der Terrainbehauptung rücken die Grenzen ihrer Herkunft zunehmend in den Hintergrund. Manche schaffen es sogar, ihre Berührungsängste unter der Faszination des Sternenhimmels beizulegen und sich anzufreunden .

Wie aber könnte das Leben dieser Jugendlichen zwanzig Jahre späte r aussehen? Werden sie zu Abhängigen der für sie von Familie und Herkunft gesetzten Rahmenbedingungen? Oder gelingt ihnen ein selbstbestimmtes Leben in selbst gewählten Verhältnissen? Verschiedene Zukunftsmodelle werden auf dem Hintergrund der lauen Sommernacht in visionären Szenen eingeblendet und überlassen dem Betrachter die Antwort auf seine Fragen.

Stimmen zum Stück

„Es war sehr interessant, als Gruppe in verschiedenen Sprachen zusammen zu arbeiten und Wege zu finden, sich trotz der sprachlichen Unterschiede zu verständigen. Auch die zweite Kompaktwoche hat mir sehr gut gefallen. Besonders durch den Kontakt mit den Flüchtlingen habe ich die Woche als große Bereicherung wahrgenommen. Allerdings war es schwierig, 20 Jahre in die Zukunft zu denken und sich vorzustellen, wie man dann wohl ist beziehungsweise gerne wäre.“

(Antonia)

Mir hat gefallen, dass die Flüchtlinge und auch wir fast keine Berührungsängste hatten. Denn nur so konnten wir gut und werden wir gut zusammenarbeiten können. Ich finde es immer noch sehr gut, wie wir die Flüchtlinge mit einbeziehen und integrieren.

(Fabio)

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