Maria Montessori stellte bei ihrer Arbeit fest, dass es in der kindlichen Entwicklung Phasen gibt, in denen das Kind eine besondere Empfänglichkeit, eine besondere Bereitschaft für den Erwerb bestimmter Fähigkeiten hat. Während diesen sensiblen Phasen richtet sich die Aufmerksamkeit des Kindes auf gewisse Bereiche seiner Umgebung. So gibt es bestimmte Perioden für den Erwerb von Sprache, Ordnungssinn, Bewegung oder Unterscheidung von Gut und Böse.
In jeder vorangegangenen sensiblen Phase wird das Fundament für die darauffolgende gelegt.
Die sensiblen Phasen sind von vorübergehender Dauer und dienen dazu, dem Heranwachsenden den Erwerb einer bestimmten Fähigkeit zu ermöglichen. Sobald dies geschehen ist, klingt die betreffende Empfänglichkeit wieder ab. Aus diesen Erkenntnissen können wir wichtige erziehungsrelevante Konsequenzen ableiten: In Perioden erhöhter Lernbereitschaft erwerben Kinder durch das Angebot einer entsprechenden Anregungs-Umgebung bestimmte Fähigkeiten unbewusst, leicht und spielerisch. Versagt die Umwelt dem Kind jedoch die Möglichkeit, Erfahrungen im Sinne seiner sensiblen Periode machen zu können, so wird der Mensch diese Versäumnisse nur schwer nachholen können.