Am Freitag, den 13.02., begann für neun Schüler*innen und zwei Lehrer*innen des Seminarkurses Reisen das Abenteuer durch Zentraleuropa.
In acht Tagen fünf Länder zu bereisen ist zwar schon eine Herausforderung an sich, und dennoch entschieden wir uns, alle internetfähigen Geräte zu Hause zu lassen. Die erste Station unserer Reise war Ljubljana. Die kulturelle Identität Slowenien durften wir durch den Besuch auf der Burg, in Museen und einer Ausstellung zu Puppen näher erleben und konnten so verstehen, was die Bevölkerung geprägt hat. Übernachtet haben wir zwei Nächte in einem ehemaligen Gefängnis. Dann ging es für uns weiter nach Zagreb in Kroatien. Wie auch schon in Slowenien hat das Orga-Duo, das für diese Stadt verantwortlich war, uns ohne die Unterstützung des Internets sicher durch die Stadt geführt. Der historische Input des Duos half, das Gesehene zu verstehen, einzuordnen und zu verarbeiten.
Der Soldatenfriedhof, auf dem mehr als 4000 Opfer des Zweiten Weltkriegs liegen, gehört zu unseren Highlights. Die Namen in Grabsteine eingeritzt zu sehen, löste ein anderes Gefühl aus, als sie in Geschichtsbüchern abgedruckt zu sehen. Gegen Ende unserer Stadterkundung statteten wir dem Europa-Zentrum einen Besuch ab und konnten unser Wissen über die Europäische Union festigen. In Budapest begrüßten uns ein Schneesturm und Anti-EU sowie Anti-Zelensky Propagandaplakate. Diese Eindrücke führten zunächst zu Vorurteilen, die wir während unseres Aufenthalts jedoch relativieren konnten. Wir besuchten das Haus des Terrors, das über die kommunistische Diktatur und den Zweiten Weltkrieg informiert.
Insbesondere die Veranschaulichungen der Verbrechen, die sich in dem ehemaligen Gefängnis abspielten, gingen uns unter die Haut. Das Parlament der ungarischen Legislative gehört zu den prachtvollsten Europas, was wir bei einer Führung durch das Treppenhaus und den ehemaligen Parlamentssaal miterleben durften. Die Altstadt und die Burg wurden uns durch eine Stadtführung eines Teilnehmers des Seminarkurses gezeigt.
Zurück im Hostel führten wir an diesem Abend eine Unterhaltung mit einem Pakistani-Ukrainer, der zeitweise im Hostel lebt, über den Ukrainekrieg und seine Zukunftspläne. Die Innenstadt von Bratislava kann man sehr gut zu Fuß erkunden. Wir besichtigten die Burg, das Rathaus, den Hauptplatz und den Martinsdom, in dem früher die Könige des ungarischen Königreichs gekrönt wurden. Im Hostel bekamen wir morgens kostenlose Pfannkuchen.
Die letzten zwei Tage verbrachten wir in Brno in Tschechien. Dort trafen wir Dagmar und Petr Penaz, die uns eine Präsentation zur Stadtgeschichte gaben. Außerdem bekamen wir die Möglichkeit, mit gleichaltrigen Tschechinnen und Tschechen in Kontakt zu treten und uns auszutauschen. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Tschechien zu stärken. Die gleiche Gruppe gab uns an unserem letzten Tag eine Stadtführung, die bei einem gemeinsamen Mittagessen endete. Diese Reise eröffnete uns neue Perspektiven und Möglichkeiten. Unser Abenteuer durch Zentraleuropa unter historisch-politischem und kulturellem Stern, sowie die acht Tage Handyfreie-Zeit haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
von Cholena und Martha